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B10 - Die Rolle von Genus und Geschlecht in Prominenzhierarchien: Eine sprach- und registervergleichende Perspektive

Das Projekt zielt darauf ab, die Rolle des Geschlechts in Prominenzhierarchien über verschiedene Sprachen, Modalitäten und Register hinweg zu untersuchen.

Wir nutzen in erster Linie Korpora, um die Mehrdimensionalität der Prominenz in verschiedenen Sprachen und Registern in natürlich vorkommenden Daten zu erfassen. Zu diesem Zweck kombinieren wir multifaktorielle, korpusbasierte Methoden mit Bayesianischer hierarchischer Mixed-Effects-Regressionsmodellierung, um die Nicht-Unabhängigkeit von Datenpunkten in Korpora, interpersonelle Variation und lexikalische Effekte zu berücksichtigen. Dieser Ansatz ermöglicht es uns, das Ausmaß zu modellieren, in dem das Geschlecht mit mehreren sprachlichen Variablen interagiert, und gleichzeitig wichtige kontextuelle Variablen wie Register, Priming-Effekte und, sofern solche Daten verfügbar sind, soziolinguistische Variablen wie das Geschlecht der Sprecher*innen/Schreiber*innen zu berücksichtigen.

Wir untersuchen die Rolle des Geschlechts in Prominenzhierarchien in einer Sprache ohne grammatikalisches Geschlecht (WP 1: Englisch), einer Sprache, in der das grammatikalische Geschlecht weitgehend mit dem sozialen/referentiellen Geschlecht übereinstimmt (WP 2: Französisch), und einer Sprache mit mehr als zwei grammatikalischen Geschlechtern (WP 3: Deutsch). In Bezug auf die beiden letztgenannten Sprachen werden wir zudem die Rolle des grammatikalischen Geschlechts im Gegensatz zum referentiellen Geschlecht als prominenzverleihendes Merkmal untersuchen, indem wir Referenzketten genauer betrachten, deren Köpfe Nominalphrasen mit hybriden Nomen sind, d. h. Nomen, bei denen grammatikalisches und referentielles Geschlecht (optional oder zwingend) voneinander abweichen, z. B. "das Mädchen" und "la sentinelle" (WP 4), wobei wir eine Kombination aus korpusbasierten und experimentellen Methoden anwenden.

Das abschließende Ziel unseres Projekts besteht darin, ein theoretisches Modell (WP 5) zu entwickeln, das probabilistische statistische Modellierung mit Erkenntnissen aus der theoretischen Linguistik verbindet, um zu beschreiben, wie soziale und/oder grammatikalische Geschlechtshierarchien mit anderen implikativen Hierarchien zusammenwirken und so die Wahl der morphosyntaktischen Strukturen durch die Sprachbenutzer*innen in verschiedenen Sprachregistern und Sprachen bestimmen, wobei alle anderen potenziell relevanten Variablen berücksichtigt werden, einschließlich anderer prominenzverleihender Merkmale sowie diskurs- und benutzerspezifischer Faktoren.

Team

Hilfskräfte


Tiziana Ilie | tiziana.ilie(at)uni-koeln.de

Marie Klünter | mkluent4(at)uni-koeln.de

Julia Weinberger | jweinbe2(at)uni-koeln.de

Relevante Vorpublikationen der Projektmitglieder

2024

2022

  • Ebert, Cornelia & Stefan Hinterwimmer. 2022. Klaus ist eine Linguistin, genauer gesagt ein Linguist. In Chiara Gianollo, Łukasz Jędrzejowski & Sofiana I. Lindemann (eds.), Paths through meaning and form. Cologne: Universitäts- und Stadtbibliothek Köln.