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Forschungsfeld C - Prominenz in Text- und Diskursstruktur

Die Projekte des Forschungsfeldes C untersuchen, wie Prominenz im Diskurs gebraucht wird. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf Prominenzverhältnissen zwischen semantischen Einheiten, wie etwa Individuen, Ereignisse und Propositionen, auf die im Diskurs auf verschiedene Weisen sprachlich referiert wird. Generell wird angenommen, dass im mentalen Modell der Sprecher ein inverses Verhältnis zwischen dem Explizitheitsgrad eines anaphorischen Ausdrucks (in Bezug auf deskriptives, lexikalisches und phonologisches Material) und der Prominenz der entsprechenden Diskurseinheit besteht: Explizitere anaphorische Ausdrücke, wie etwa vollständige Nominalphrasen, korrelieren mit auf der Diskursebene weniger prominenten Referenten, während reduzierte anaphorische Ausdrücke, wie Nullpronomina, mit prominenteren Referenten assoziiert sind.

 

Ein Schwerpunkt der Projekte in Forschungsfeld C ist die Frage danach, was ein Element in einer Reihe von Elementen desselben Typs prominenter macht. Die Mitwirkung und Interaktion verschiedener prominenzverleihender Faktoren, darunter syntaktische Funktion, thematische Rolleneigenschaften, aspektuelle Eigenschaften und Topikalität, wird dabei erforscht. Der Aufbau von Prominenzstruktur ist aber auch ein fortlaufender Prozess, d.h. die Prominenzstruktur wird im Ablauf des Gesprächs dynamisch aktualisiert. Verlagern Sprecher ihre Aufmerksamkeit von einem Element auf das andere, verlagert sich damit auch der Prominenzstatus semantischer Elemente. Deshalb untersuchen die Projekte des Forschungsfeldes C auch die Signale, über die bevorstehende Veränderungen oder der Erhalt der Prominenzstruktur angezeigt werden und wie der Diskursprozess dadurch beeinflusst wird.

 

Projekte in Forschungsfeld C