zum Inhalt springen

Forschungsfeld A - Prosodische Prominenz

Strukturelle Beschreibungen von Prosodie behandeln schwerpunktmäßig Wechselwirkungen von Elementen innerhalb einer Domäne. Diese Wechselwirkungen wiederum implizieren meist die hierarchische Anordnung von Elementen, wie etwa betonte Silben innerhalb von Wörtern und betonte Wörter innerhalb von Äußerungen. Neben diesem strukturellen Ansatz beschreibt Prominenz oft auch die Frage, wie und wieso ein Element akustisch oder perzeptiv unter anderen innerhalb der Domäne „hervorsticht“. Diese Definition beschreibt sowohl vergleichsweise kontextunabhängige sprachspezifische Phänomene (z.B. engl. BLACKbird ggü. black BIRD) als auch Strategien, mit deren Hilfe Sprecher Information kontextspezifisch verpacken (z.B. I’m only CHATTING with Martha ggü. I’m only chatting with MARTHA). In beiden Fällen werden prosodisch prominente Elemente durch ein sprachspezifisches Zusammenspiel von artikulatorischen, akustischen und perzeptiven Faktoren hervorgehoben. 

 

Das Verschlüsseln und Entschlüsseln von Prominenz hängt von zum einen aus dem Kontext abgeleiteten, zum anderen die phonologische Form betreffenden Sprechererwartungen, sowie der im Sprachsignal wiedergegebenen phonetischen Substanz ab. Das Verhältnis von phonetischer Substanz und Bedeutung ist eng mit der phonologischen Form verknüpft, die strukturelle Erwartungen konditioniert und zugleich Information aus der phonetischen Substanz integriert. Das Ziel von Forschungsfeld A ist es, prosodische Ausdrucksformen von Prominenz zu erforschen, indem die Verwendung von Prominenzver- und Entschlüsselung in der Kommunikation untersucht wird.

 

Projekte in Forschungsfeld A